Accounto stellt vor – Jenny Schäpper

12 Fragen an Jenny SchäpperBüro Lokal Coworking

Kannst du uns euer Geschäftsmodell kurz in ein paar Worten zusammenfassen?

Ich vermiete professionell eingerichtete Arbeitsplätze, eingebettet in einer inspirierenden Gemeinschaft, die tage- und monatsweise gemietet werden können. Man kann sich ein Bed&Breakfast des Arbeitsplatzes vorstellen. Bezahlt wird nur die Leistung, die man braucht. Und man tauscht sich mit den andere Coworkern auch regelmässig aus.

Warum hast du dich dazu entschlossen, dich selbstständig zu machen?

Mein früherer Arbeitgeber entschied eines Tages die Homeoffice-Möglichkeit abzuschaffen. Als teilzeitarbeitende Mutter zweier Jungs stiess mich das vor den Kopf. Obwohl ich an strategischen Projekten arbeitete, die keine Büro-Präsenz verlangten, wurde erwartet, dass ich ins Büro pendle, um danach alleine zu arbeiten.

Wie hast du die erste Zeit nach der Gründung erlebt? War es schwierig? Hat es dir gefallen? Würdest du diesen Schritt wieder wagen?

Ein früherer Coworker hat mich ermuntert und gesagt, ein Aufbau dauert immer länger und kostet mehr als man geplant hat. Das stimmt definitiv! Ich wusste, dass ein Aufbau Biss und Ausdauer benötigen würde und somit war ich von Anfang an auf einen Marathon eingestellt.  Vor 4 Jahre wusste fast niemand etwas von Coworking und somit musste ich extrem viel Aufklärungsarbeit leisten, bevor die ersten Coworkers ein Abo lösten.

Hast du Kinder? Wenn ja, wie managst du deine Selbstständigkeit und die Familie?

Ja, ich habe zwei Jungs im Alter von 7 und 9 Jahren. Dank meiner Selbstständigkeit kann ich meine Tage selbst einrichten und planen. Aber es ist bei weitem nicht immer einfach.  Kommt ein wichtiger Termin spontan rein, oder wird ein Kind krank, komme ich schon mal ins Rudern. Ohne ein starkes privates Umfeld wäre alles um ein Mehrfaches schwieriger.

Was war für dich das Schwierigste als neue selbstständige Unternehmerin?

Als frische Unternehmerin musste ich mich zuerst vernetzen, damit ich mein Angebot promoten konnte. Obwohl ich schon auch als Angestellte zu einer gewissermassen vernetzt war.

Was war/ist das grösste Risiko für dich und wie bist oder gehst du damit um?

Mein grösstes Risiko war, meine Ersparnisse in meine Firma zu investieren und alles alleine zu machen.

Um näher auf ein Thema einzugehen, welches in aller Munde ist: Hattest du manchmal das Gefühl, gegenüber männlichen Gründern benachteiligt zu sein? Wenn ja, wieso und wie bist du damit umgegangen? Wenn nein, weshalb denkst du, ist ein Thema wie dieses in unserer heutigen, modernen Zeit noch so zentral?

Nein, ich habe mich nie gegenüber männlichen Gründern benachteiligt gefühlt. Vielleicht liegt es daran, dass ich ausbildungstechnisch eine sehr gute Grundlage habe und somit die nötigen Kompetenzen habe, eine Firma zu führen. Solides Selbstwertgefühl schadet bestimmt auch nicht. Es überrascht mich schon, dass dieses Thema heute noch so aktuell ist. In Firmen wo nur Herren «an der Macht» sind und alte Strukturen herrschen, würde ich mich nicht mehr wohlfühlen. Hauptsächlich wegen verstaubter Denkmuster, dazu gehört dann auch das Frauenthema. Die Gründerinnen, die ich kenne, trotzen „alten Strukturen“ auf verschiedene Ebenen und eines davon ist, je nach Geschäftssegment, immer noch das Geschlecht.

Hast du am Anfang alle anfallenden Arbeiten komplett selbst erledigt oder hast du dir schnell «Hilfe ins Boot geholt»? Sprich, wie hast du dich beraten lassen oder wer stand dir mit Rat zu Hilfe?

Am Anfang habe ich wirklich ALLES selber gemacht, weil ich unnötige Kosten sparen wollte – inkl. die Buchhaltung (wohl gemerkt gab es auch viel weniger zu tun)! Mein Mann war ein wichtiger Austauschpartner und half mir, die richtigen Fragen zu stellen. Nach ein paar Monaten merkte ich dann, wo ich zusätzliche Unterstützung brauchen könnte und habe an einem KTI Startup Workshop teilgenommen.

Woher holst du deine Inspiration und Motivation, um immer weiterzumachen?

Ich habe mir immer gesagt, solange das Geschäft und das Thema sich vorwärts bewegt, mache ich weiter.  Dies war zum Glück immer der Fall, auch wenn das manchmal im «Mü» Bereich war. Die Feedbacks meiner Coworker und von Leuten, die das Thema zum ersten Mal hören, es sofort verstehen und für zukunftsweisend erachten, motivieren mich, mein Biss nicht zu verlieren.

Was würdest du Jemandem raten, der sich gerne selbstständig machen möchte?

Biss, Überzeugung und Ausdauer muss man haben! Wenn jemand dies für eine Projektidee aufbringt – los!  Die Selbständigkeit muss ja nicht zwingend sofort 100% sein.  Heute kann man sehr gut mit einer Teil-Selbstständigkeit anfangen. Aber Achtung: Selbstständigkeit macht süchtig!

Was ist das Wichtigste für dich, um auf dem heutigen Markt bestehen zu können?

Um auf den heutigen Markt bestehen zu können, muss man neugierig und authentisch sein und bleiben. Neugierig, weil der Markt sehr stark im Wandeln – dank der Digitalisierung – ist, und es täglich neue Geschäftsideen zu entdecken gibt. Authentisch, weil man sich treu bleiben soll – sich zu verstellen erfordert nur unnötig Kraft.

Und last but not least: Wohin geht deine Reise? Was sind deine Pläne und wo siehst du dich in 5 Jahren?

Immer noch im Thema Coworking!  Mein Space in Wil ist eine «nicht weg zu denkende» Institution und ich wirke immer mehr als Katalysator für neue Coworking Standorte – ohne diese selbst zu betreiben.

 

Liebe Jenny, vielen Dank für deine aufschlussreichen Antworten. Wir freuen uns sehr, so innovative Menschen zu unserer Kundschaft zählen zu dürfen!



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